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Hotel de Rome, Berlin

15. Januar 2021

Historische Pracht, italienisches Dolce Vita und britischer „touch of class“ – Sir Rocco Forte machte ein Bankgebäude von 1889 zu einem der stilvollsten Hotels der Hauptstadt, wo Gäste im früheren Juwelentresor baden gehen

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Hotel de Rome: Beste Lage am historischen Bebelplatz © Rocco Forte Hotels

Er habe nichts dagegen, wenn ein Gast einen Kleiderbügel mit der Aufschrift „Rocco Forte Collection“ mitgehen lasse, sagte Rocco Forte einmal: „Das ist doch beste Werbung.“ An der Stange des Kleiderschranks festmontierte Kleiderbügel sind ihm ein Gräuel: „Das signalisiert dem Gast, dass die Hotelleitung ihm grundsätzlich misstraut.“ Eine Überlegung, wie sie typisch ist für den Stil des britischen Hoteliers italienischer Abstammung: „Luxus besteht für mich darin, dass jedes Detail durchdacht ist“, sagt er. „Was ein Haus einzigartig macht, ist die Summe all jener Kleinigkeiten, die dem Gast das Gefühl geben, als Individuum empfangen zu werden und nicht als Nummer.“

Der Gentleman-Hotelier: Sir Rocco Forte © Rocco Forte Hotels

Als Sir Rocco, der aus einer Hoteliersfamilie stammt, im Jahr 1996 seine kleine, feine Gruppe gründete, hatte er nicht weniger im Sinn, als eine ganz neue Art von Luxushotel zu erfinden. Häuser für den Typus des „sophisticated traveller“, für Menschen, die wie er einen Großteil des Jahres in fremden Betten verbringen und alles gesehen haben: „In unserer modernen Welt wollen Gäste keine riesigen, pompösen Luxushotels mehr. Meine Häuser sollen anders sein: Mit sehr großen, aber wenigen Zimmern. Mit einem Schwerpunkt auf dem Design und einer informellen Atmosphäre. Und mit Angestellten, die freundlich und professionell, aber niemals steif und distanziert mit den Gästen umgehen.“ 

Heute Ballsaal, früher Schalterhalle © Rocco Forte Hotels

Das Hotel de Rome in Berlin, eines von drei deutschen Rocco Forte-Häusern, ist bester Beleg dafür. Schon die Lage am historischen Bebelplatz vis-à-vis von Staatsoper und Humboldt-Universität ist einzigartig. Das imposante Gebäude im Renaissance-Stil aus dem 19. Jahrhundert, bis 1945 Hauptsitz der Dresdner Bank und später Staatsbank der DDR, wurde aufwendig restauriert. In der einstigen Schalterhalle befindet sich heute der Ballsaal, das Spa wurde im ehemaligen Tresor untergebracht – zu den originalen Details gehören 15 cm dicke Stahltüren, die in Behandlungszimmer führen.

Im Entree: Neonfarbener Vogelkäfig von Olivia Steele © Rocco Forte Hotels

Der persönliche Stil – das ist für Rocco Forte das ultimative Kriterium im Wettbewerb an der Spitze der Hotellerie. Tatsächlich fühlt man sich in den Häusern seiner kleinen, feinen Gruppe oft eher wie zu Besuch in einem Privathaus als wie im Hotel. Das liegt vor allem an der ebenso ästhetischen wie individuellen Inneneinrichtung, für die in allen Häusern seine Schwester Olga Polizzi verantwortlich zeichnet. Neben ihrem Bruder ist sie die Stütze des Familienunternehmens, dessen Markenzeichen der gekonnte Mix aus italienischer Lässigkeit und einem britischen „touch of class“ ist – bestes Beispiel ist der monumentale Eingangsbereich mit den großen magentafarbenen Urnen aus dem Atelier Prométhée und Olivia Steeles neonfarbenem Vogelkäfig. Polizzis Stil hat übrigens prominente Fans – Karl Lagerfeld war Stammgast der Suite 109.

Übernachten im ehemaligen Konferenzraum: Historic Banker Suite © Rocco Forte Hotels

Jede Suite im Haus hat ihre Geschichte: Die Historic Banker Suite war in ihrem vorigen Leben der palastartige Konferenzraum der Dresdner Bank. Historische Merkmale wie die Original-Eichenholztäfelung, die hohe Decke und der restaurierte Parkettboden treffen auf Textilien in zeitgemäß kräftigen Farben und ein luxuriöses Kingsize-Bett im Schlafzimmer. Zu den Geheimnissen dieser Suite zählen eine versteckte Türe und eine geheime Kammer in der Nähe des Fensters. 

Die größte Suite im Haus: Royal Bebel Suite © Rocco Forte Hotels

Für die Royal Bebel Suite (200 m2) liess sich Polizzi vom Stil einer luxuriösen Berliner Wohnung der Jahrhundertwende inspirieren und kombinierte zeitgenössische Stücke bekannter Designer mit antiken Möbeln und plakativen Kunstobjekten. Die deckenhohen Bücherregale sind gefüllt mit über 1000 Werken der Literatur und Poesie.

Bahnen ziehen im ehemaligen Juwelentresor © Rocco Forte Hotels

Ein Punkt, dem der ehemalige Triathlet Rocco Forte in all seinen Hotels besondere Aufmerksamkeit widmet, ist der Pool. Der ist in all seinen Häusern extra groß, weil der Hausherr hier bei jedem Aufenthalt morgens seine Trainingseinheiten absolvierte. Im Hotel de Rome misst er ganze 20 Meter Länge und liegt im ehemaligen Juwelentresor des Hauses, wo man heute mit goldenem Bisazza-Mosaik im Blick seine Bahnen zieht.

Blick auf die Staatsoper inklusive © Rocco Forte Hotels

Auch bei den Berlinern sehr beliebt ist die Dachterrasse des Hauses – ganz besonders während der Open-Air-Aufführungen der „Staatsoper für alle“. Den Lockdown nutzte das Haus, um sie komplett zu renovieren. Der nächste Sommer kann kommen!

www.roccofortehotels.com

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