Hotels

Ameron Neckarvillen, Frankfurt

25. April 2020

Wenn sich die renommierte Althoff-Gruppe und die Macher des Berliner Grill Royal zusammentun, sind die Erwartungen hoch. Das Frankfurter Boutiquehotel Ameron Neckarvillen mit seinem Restaurant Le Petit Royal erfüllt sie – locker

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Mitten im Restaurant steht eine zweieinhalb Meter lange weiße Rakete, auf der ein brauner Teddybär reitet – ein Werk der Kölner Künstlerin Cosima von Bonin. Der Hingucker verrät Szene-Insidern auf Anhieb, dass hier die kultige Berliner Grill Royal-Gruppe ihre Finger im Spiel hat, denn in deren Berliner Restaurant Pauly-Saal hängt eine ähnliche Raketen-Plastik von Bonins. Der starke Kunst-Fokus ist typisch für alle Restaurants der Grill Royal-Gruppe, die auch das Konzept für das Restaurant Le Petit Royal im neuen Frankfurter Ameron-Hotel Neckarvillen entwickelten.

Kunst im Le Petit Royal © Robert Rieger

Die Eröffnung des Restaurants Ende 2019 sorgte in der Mainmetropole für ordentlich Gesprächsstoff. Es ist das erste Restaurant, das die kultigen Grill Royal-Macher außerhalb der Hauptstadt verantworten. „So ein Lokal fehlte bisher in Frankfurt“, sagt Eigentümer David Ziper, der mit einem Partner das ambitionierte Hotelprojekt entwickelte und den gastronomischen Franchise-Deal dank seiner Freundschaft mit Grill-Royal-Macher Boris Radczun einfädelte. Einen Treffpunkt an der Schnittstelle zwischen dem etablierten Banken- und dem in den letzten Jahren so gehypten Bahnhofsviertel Frankfurts, das wollten die beiden schaffen.

Noch mehr Kunst… © Robert Rieger

Mission erfüllt, kann man da nur sagen. Das Souterrain-Lokal verströmt atmosphärisch genau jene Kombination von Stilbewußtsein und Lässigkeit, gewürzt mit einer ordentlichen Prise zeitgemäßer Kunst, die das Berliner Original so unverschämt erfolgreich machte. Auch die Speisekarte knüpft mit ihrer Mischung aus französischer Brasserieküche und Edel-Steakhouse direkt an die Erfolge der Berliner Vorbilder (Grill Royal in Mitte und Le Petit Royal in Charlottenburg) an. Man setzt auf die Qualität guter Produkte, die angenehm unverkünstelt auf den Tisch kommen. Highlight ist das imposante Steakangebot in unterschiedlichen Reife- und Marmorierungsgraden, von der Holsteiner Färse bis zum Kobe Beef, von Porterhouse bis Chateaubriand lockt die große Vielfalt. 

Geröstete Rotgarnelen und der berühmte Kopfsalat im Ganzen © Robert Rieger

Vorneweg serviert man die ausgezeichneten Fine de Claire La Spéciale-Austern von Pléiade Poget oder ein Carpaccio von roh marinierter Gelbschwanzmakrele in einem Sud mit Sojasauce und eingelegtem Daikon-Rettich. Der berühmte, im Ganzen servierte Kopfsalat aus dem Berliner Mutterhaus fehlt ebensowenig wie die herausragende Fischsuppe mit fein austarierter Anisnote, jedes einzelne darin badende Fischfilet, jede Meeresfrucht ist auf den Punkt gegart. Die Weinkarte listet viel Erlesenes aus der Alten Welt zu entsprechenden Preisen. Und weil ein solches Wohlfühlrestaurant immer vom Gastgeber lebt, lotste die Althoff-Gruppe, die das Haus führt, die unübertroffene Evi Schmitt vom Tegernsee nach Frankfurt. 

Von der Kaufmannsvilla zum Hotel © Robert Rieger

Die Neckarvillen gehören zur Althoff-Tochter Ameron, die als Lifestylemarke der Brand geführt wird. Vier denkmalgeschützte Kaufmannsvillen aus dem frühen 20. Jahrhundert, zuvor als Verwaltungsgebäude genutzt, bilden das Vier-Sterne-Boutique-Hotel, dank der Sandsteinfassaden und den Elementen aus Neobarock, Neoklassizismus und Jugendstil eine architektonische Perle. 

Bibliothek © Robert Rieger

Über zwei Jahre wurde renoviert und umgebaut, über 50 Millionen Euro investierten die Entwickler, im Spätsommer 2019 empfing man in den 133 Zimmern die ersten Gäste. „Wir möchten kein typisches Hotel sein, sondern verstehen uns mehr als private Residenz, wo der Gast sehr persönlich umsorgt wird“, sagt General Manager Gisbert J. Kern. Besonders am Herzen liegen ihm die individuelle Ansprache der Gäste und ein „kuratierter Service“. 

Lobby © Robert Rieger

Dazu gehören für ihn Extras wie der im Rahmen des hauseigenen Kunstkonzepts gestaltete „Artist’s Room“, aber auch die vielen hochwertigen Materialien – vom über 100 Jahre alten Eichenparkett aus Italien über edle Natursteinoberflächen bis zu handgefertigten Mahagoni-Möbeln. Stolz ist Kern auch auf die Zusammenarbeit mit kleinen Manufakturen, die jeweils zu den Meistern ihres Fachs zählen, wie die traditionsreiche venezianische Weberei Rubelli oder Mühldorfer aus dem Bayerischen Wald, ein Familienbetrieb, der die Bettdecken aus mit Bergquellwasser gereinigten Daunen lieferte.

www.ameronhotels.com

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